Ein Dorf macht Schule

Bild zur Projektinfo Tschad
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© MISEREOR

Bildung ist wichtig! Mit Hilfe der 2-Euro-Aktion können Kinder und Jugendliche in den abgelegenen Regionen im Tschad zur Schule gehen und lernen. In den neuen Bibliotheken finden sie endlich Lesematerial.

Die Region Guéra liegt im Zentrum des Tschad. In einem Gebiet so groß wie Belgien leben nur 1,3 Millionen Menschen; viele von ihnen weitab der nächsten Stadt. Hier gibt es weder eine Tageszeitung noch Radio, Fernsehen oder Internet. Auch Schulen sind rar.

Nur jedes dritte Kind geht in die Schule. Von diesen schließen nur 30 Prozent die Grundschule ab. Es gibt viele Analphabeten. Weit über die Hälfte der Tschader können weder lesen noch schreiben.

Dörfer sorgen selbst für Schulen

Doch immer mehr Dorfgemeinschaften nehmen die Bildung ihrer Kinder selbst in die Hand. Schulleiter (und manchmal auch Lehrer) werden vom Staat bezahlt, aber den Rest übernehmen die Eltern: Sie bauen Schulen und pflegen Gebäude und Schulhöfe. In Schulgärten bauen sie Obst und Gemüse an. Das wird verkauft, um Rechnungen zu bezahlen – zum Beispiel für Reparaturen.

Ich unterstütze dieses Projekt.

In den ländlichen Gebieten im Tschad leben die Familien von der Landwirtschaft. Jeder packt mit an. Die Schulbildung kommt dabei oft zu kurz. © Barry / MISEREOR
Es gibt kein Internet, kein Fernsehen und kein Radio. Umso kostbarer sind da die neu eingerichteten Bibliotheken, die wie Schatztruhen für die wissbegierigen Schüler sind. © Barry / MISEREOR
Mädchenförderung ist bei Foi et Joie ein großes Thema. Denn die besuchen noch seltener die Schule als die Jungs. Unser Partner überzeugt die Eltern davon, wie wichtig eine gute Grundbildung ist - auch für Mädchen! © Barry / MISEREOR
Wenn keine Schule da ist, muss eben eine gebaut werden! Dank der motivierten Eltern, unserem verlässlichen Partner und eurer Spenden kann eine Schule nach der anderen entstehen... © MISEREOR
Schüler im Tschad
Nur 30 Prozent der Grundschüler beenden auch die vierte Klasse. Unser Partner setzt sich dafür ein, dass jedes Kind schreiben und lesen lernt. © Barry / MISEREOR
Immer wieder werden Lesecamps organisiert, um die Fähigkeiten der Schüler und Schülerinnen intensiv zu fördern. Dabei kommt der Spaß natürlich auch nicht zu kurz. © Barry / MISEREOR

Meist gibt es aber nur improvisierte Klassenzimmer oder Unterricht im Freien. Die Dorflehrer haben keine qualifizierte Ausbildung. Es fehlt an Lehrmaterial. Das will Foi et Joie ändern. Die Vision der katholischen Organisation: Eine umfassende Grundbildung für Kinder und Jugendliche, die ihnen Perspektiven für ihr späteres Berufsleben gibt. Davon sollen alle Schüler profitieren – unabhängig von ihrer Religion (ein Prozent der Menschen in Guéra sind Christen, 95 Prozent Muslime). Dabei geht es auch um ein gutes Zusammenleben von Menschen mit unterschiedlichem ethnischen, sprachlichen, religiösen und kulturellem Hintergrund.

Ausbildung von Lehrern und Vernetzung von Dorfschulen

In Tchelati und 24 weiteren Dörfern finanziert Foi et Joie mit Hilfe der 2-Euro-Aktion die Ausbildung von Lehrerinnen und Lehrern sowie die Weiterbildung der Eltern aus den Schulvereinen. Die Organisation baut neue Schulgebäude und vernetzt die Dorfschulen untereinander. Foi et Joie sorgt auch dafür, dass rund 7.400 Schülerinnen und Schüler und ihre Lehrer ausreichend Unterrichtsmaterial zur Verfügung haben.

Motto des Projektpartners

Leitgedanke bei Foi et Joie

Mehr Mädchen sollen lernen

„Der Anteil von Mädchen in Schulen ist gering, da sie von den Eltern oft früh verheiratet werden“, sagt Jean-Baptiste Walouda, Direktor des Schulnetzwerkes. „Weitere Herausforderungen sind die vielen Schulabbrecher und die unregelmäßige Teilnahme am Unterricht, weil Schüler auf den Feldern ihrer Eltern mitarbeiten.“ Hier ist viel Überzeugungsarbeit notwendig. „Viele Eltern haben selbst niemals eine Schule besucht“, sagt Projekt-Mitarbeiterin Erbye Dépé. Pausenlos ist sie von Schule zu Schule und Dorf zu Dorf unterwegs. Sie erklärt den Eltern, was Schule ist und welche Bedeutung Bildung für ihre Kinder – auch für ihre Töchter – hat.

Das Engagement von Erbye Dépé wird belohnt. Die Schülerinnen und Schüler bleiben jetzt durchschnittlich drei bis vier Jahre, anfangs waren es nur zwei. Rund 40 Prozent der Schüler in Tchelati sind Mädchen. Die Nachfrage nach Schulplätzen ist mittlerweile so groß, dass ein zweites Gebäude gebaut werden musste.

Bibliotheken für abgelegene Dörfer

Das Apostolische Vikariat Mongo hat mit Unterstützung der 2-Euro-Aktion rund 50 kleine Bibliotheken in Nirgui und andern Dörfern der Region eingerichtet. So haben die Kinder auch nach der Schule Zugang zu Büchern und Lehrmaterial

So hilft deine Spende

Gemeinsam stark

Mit 1 x 2 Euro finanzierst du den Kauf einer Packung Tafelkreide.

Icon der 2 Euro Aktion

Mit 3 x 2 Euro können 4 Schreibübungshefte gekauft werden.

Haus mit Sonne

Mit 29 x 2 Euro ermöglicht du den Schulkindern einen Tisch und eine Schulbank aus Metall.

Über das Projektland

Tschad

Vom Erdöl profitieren bis heute im Tschad in erster Linie ausländische Konzerne und ein kleiner Teil der Elite. Hinzu kommt, dass im Land immer wieder Gewalt aufflammt. Auch Konflikte in den Nachbarländern schwappen in den Tschad über. Regelmäßig suchen Dürrekatastrophen das Land heim. Der Klimawandel verschärft die Situation. So gehört der Tschad bis heute zu den ärmsten Staaten der Erde: 62 Prozent der Tschader haben weniger als einen Euro am Tag.