kleines land stößt an seine grenzen

Ein Artikel aus „Thüringer Allgemeine“ vom 02. März 2020

Heba Al Basha, Landeskoordinatorin des Jesuiten-Flüchtlingsdienstes im Libanon, warb in Weimar um weitere internationale Unterstützung.

Heba Al Basha (5.v.l.), die Landeskoordinatorin des Jesuiten-Flüchtlingsdienstes im Libanon, war zu Gast in Weimar

Im Rahmen der MISEREOR-Fastenaktion besuchte die Landeskoordinatorin des Jesuiten-Flüchtlingsdienstes im Libanon, Heba Al Basha, das Caritas-Café in Weimar. Hier berichtete sie von der aktuellen Situation in ihrer Heimat.

Seit Beginn ds Bürgerkrieges in Syrien hat dieses Land, in dem etwa vier Millionen einheimische Libanesen und eine halbe Million palästinensische Flüchtlinge leben, weitere 1,5 Millionen syrische Flüchtlinge aufgenommen – also eine Größenordnung, die rund einem Dritte der bisherigen Gesamtbevölkerung entspricht. Doch auch diese Aufnahmebereitschaft eines kleinen Landes stößt inzwischen an Grenzen, zumal – wie schon 2015/16 – die finanzielle Unterstützung der internationalen Staatengemeinschaft für dieses gebiet zurück gehe.

Aufgrund der fehlenden Ressourcen nehmen auch die Spannungen zwischen Teilen der libanesischen Gesellschaft und den Flüchtlingen zu. „Für uns folgt daraus, dass wir unsere materiellen und ideellen Hilfsangebote auch offen halten für einheimische Kinder und Familien, denen es nicht gut geht“, so Heba Al Basha. Als Libanesin könne sie ihren Landsleuten nur immer wieder sagen, dass sich niemand freiwillig auf Flucht begibt. Damit in den Flüchtlingslagern keine „verlorene Generation“ aufwächst, lege ihr Hilfswerk, das von Misereor unterstützt wird, besonderen Fokus auf die schulische Bildung der Kinder in den fünf von ihnen betreuten lagern. Auch wenn es oft nicht einfach sei, versuchen die Mitarbeitenden, die Lebensfreude und die Hoffnung hochzuhalten. „Es ist wichtig, gerade auch unter solche Umständen miteinander zu lachen, zu tanzen, zu beten“, so Heba Al Basha.