Jahresrückblick 2021

Kontaktbeschränkung, Schnee, Homeschooling, Welle, Impfung, Hoffnung, Belarus, Fußball-EM, Hochwasser, Sommer, Zusammenkommen, Afghanistan, Luftbrücke, Bundestagswahl, Triell, Ampel, Regen, Welle, Booster, Triage, Überlastung, Glühwein, Stille Nacht, Prost, Wunderkerze…

2021 war ein ereignisreiches Jahr, das uns herausgefordert hat und zu großen Teilen anders verlaufen ist, als wir es uns gewünscht haben. Durchgängig standen wir, das Team von „mit 2€ helfen“, im Kontakt mit unseren Partner*innen weltweit, die unglaubliches geleistet und uns über die Entwicklungen in den einzelnen Projekten auf dem Laufenden gehalten haben. Und es ist einiges passiert: Im Vordergrund stand wie schon 2020, die Begebenheiten an die erschwerten Umstände anzupassen. Keine leichtes Unterfangen! Schließlich geht es nicht nur darum, Quarantänen zu ermöglichen oder Tests durchzuführen, sondern Maßnahmen gegen existentielle Notlagen zu ergreifen. Corona hat die Not vieler Menschen stark verschlimmert, die sich in Armut, Hunger, Durst, dem Verlust von Angehörigen und Heimatlosigkeit zeigt. Dank deiner Spende konnten wir dieser Not Seite an Seite mit unseren Projektpartner*innen etwas entgegensetzen und gleichzeitig den Blick in eine gerechtere Zukunft richten.

Aber sieh selbst...

In sieben Schritten durch die Pandemie

Auf der Goedgedacht-Farm in Südafrika tüfteln die Mitarbeitenden einen pandemischen Strategieplan aus, der unter anderem folgendes vorsieht: Die Jugendzentren werden z.T. zu Speise- und Teststationen umfunktioniert. Bis Oktober 2021 werden dort fast 600.000 Mahlzeiten an Familien in Not verteilt. Auch auf die Frage, was zu tun ist, wenn sich jemand infiziert hat, findet der Plan eine Antwort: Im Falle eines positiven (Verdachts-) Falls wird die betroffene Person in einem eigens dafür eingerichteten Quarantänezimmer isoliert.
Daneben verteilen die Mitarbeitenden vor Ort immunstärkende Getränke, um die Abwehrsysteme der Menschen vor Ort zu stärken.

Happiness Cup of Chai - eine Tasse voller Glück

In Indien spitzt sich die Lage Anfang des Jahres dramatisch zu: hohe Infektionszahlen überrollen das Land, immer mehr Jungen und Mädchen leben ohne sicheres Zuhause und ohne Perspektive auf der Straße. Die Gründerin und Leiterin von Butterflies, Rita Panicker, meldet sich mit einem Hilferuf: „Ich schreibe Ihnen heute, weil ich um Ihre Gebete bitten möchte. Möge Gott uns gnädig sein und mögen wir die Kraft finden, diese menschliche Tragödie zu überstehen.“

Die Mitarbeitenden von Butterflies lassen sich nicht entmutigen und setzen sich weiter für das Wohl der Kinder ein. Es erreichen uns zwei schöne Einfälle: Um dem Virus etwas entgegenzusetzen, entwirft Butterflies gemeinsam mit einigen Kindern vor Ort eine Broschüre, in der Nies- und Hustenetikette, Händewaschen, das Tragen von Masken und die Empfehlung sich zu Impfen erklärt werden. Sagar, ein Straßenjunge, berichtet: „Wenn ich die Maske häufig berühre oder mein Gesicht nicht richtig bedecke, ist das gleichbedeutend mit dem Nichttragen einer Maske. Jetzt bin ich vorsichtiger geworden und befolge alle Hinweise, die in der Broschüre erwähnt werden, und ich versuche sogar, meine Freunde und Familienangehörigen zu korrigieren, wenn ich sehe, dass sie die Maske nicht richtig tragen.“

Um den Kindern ein wenig Hoffnung zu schenken und mit ihnen über das zu sprechen, was sie glücklich macht, ruft Butterflies den Happiness Cup of Chai ins Leben. Chai Tee ist ein Getränk, dass alle Kinder gern trinken – ein Getränk, dass glücklich macht. Und so malt jedes Kind seine eigene Tasse voller Chai Tee – und vielen Zutaten, die glücklich machen.

Wir sind da! – Benefiz Konzert der Alten Bekannten

Ein Highlight des letzten Jahres war definitiv das große Benefizkonzert der Alten Bekannten! Deutschlandweit schalteten sich Menschen ein und genossen einen Abend voller Musik, guter Laune und sowohl leisen als auch lauten Tönen. Eintrittskarten gab es keine, stattdessen durfte gespendet werden, was sich die Zuhörer*innen nicht zweimal sagen ließen. Und so kamen im Laufe des Abends rund 52.500€ zusammen – ein Ergebnis, das die Alten Bekannten und uns von „mit 2€ helfen“ mehr als glücklich macht! Denn das Geld fließt in die wertvolle Arbeit von Butterflies in Indien, die sich für die Kleinsten und Ärmsten stark machen: Straßenkinder in Delhi, deren Hoffnungs- und Perspektivlosigkeit im Zuge der Pandemie weiter gewachsen ist. Dän von den Alten, der das Projekt selbst schon besucht und sich einen Überblick verschafft hat, beschreibt die Situation in Indien mit folgenden Worten: „Die Kleinsten trifft die Pandemie am härtesten. Es fehlt an Nahrung und medizinischer Hilfe. Psychosoziale Unterstützung für die Kinder ist überlebenswichtig.“

Monsterjahre

Seelische Wunden künstlerisch heilen – so lautet der Ansatz des Butterfly Art Projects in Südafrika, in dem Kunsttherapeut*innen sich Kindern und Jugendlichen zuwenden, die eine seelische Last mit sich herumtragen. Im Zuge der Pandemie kamen einige Lasten dazu: die Schulen blieben geschlossen, Ernährungssicherheit gab es keine, Informationen kamen ungefiltert rein und haben die Kinder in Angst versetzt. Das Art Project gab ihren Ängsten und Unsicherheiten ein Gesicht – oder besser viele Gesichter. Jedes Kind verwandelte seine Ängste in Monster, über die dann gesprochen wurde.

Mitarbeiter Zaid Philander erklärt, was es mit diesem Ansatz auf sich hat:
„Wir bei BAP glauben, dass Kinder über die Dinge, die sie belasten, reden müssen. Nur so verlieren sie ihre Macht. Die Tatsache, dass diese Belastungen fast immer auf ein Kindheitstrauma zurückzuführen sind, ist sehr traurig.
Es ist wichtig, dass Kinder die Möglichkeit bekommen, über ihre Traumata und Verletzungen zu sprechen, damit ihre zukünftigen Beziehungen nicht unter den Folgestörungen leiden. Sie müssen über ihre Erlebnisse reden, damit sich das damit verbundene Trauma nicht in ihrem System festsetzt, egal ob dies ihr Körper oder ihre Psyche ist.“

Seife vs. Virus

Den Welttag des Händewaschens haben sich die Mitarbeitenden im Geflüchteten Camp im Libanon zum Anlass genommen, um den Kindern vor Ort die Bedeutung des Händewaschens im Kampf gegen Corona aufzuzeigen. Um die Aufmerksamkeit der Jungen und Mädchen wach zu halten, führten sie einen Sketch auf, in dem sich Seife und Virus in Form von zwei Kindern ein Duell liefern – mit Erfolg!

Wie geht es weiter?

Wir freuen uns auf ein ereignisreiches Jahr 2022, in dem wir unseren Einsatz für eine gerechtere Welt fortsetzen werden – und dabei zählen wir auf dich, auf dein Interesse, deine Fürsorge, deine Spende. Wenn du regelmäßig auf dem Laufenden bleiben möchtest, dann abonniere unseren Newsletter und schau auf der Homepage oder den Social Media Kanälen vorbei!

Für das Jahr 2022 wünschen wir dir und deinen Liebsten Freude, Gesundheit, Gemeinschaft und Mut zur Veränderung!

Dein Team von „mit 2€ helfen“

Hannah Braucks
0241 442 536
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