Jahresrückblick 2020

Liebe 2-Euro-Spenderin, lieber 2-Euro-Spender,

Millionen Menschen auf der ganzen Welt leiden unter den Folgen der Corona-Pandemie. Wir im Norden ebenso wie die Menschen im globalen Süden. Doch bei allen Sorgen um geschlossene Kitas, Schulen, Unis oder Kinos, bei allen Ängsten um die berufliche Existenz – wir, die in reichen Ländern leben, fallen nicht ins Bodenlose. Als Unterstützerinnen und Unterstützer der 2-Euro-Projekte wissen wir, dass die Situation in unseren Partnerländern ungleich dramatischer ist. Und doch: Die Menschen geben nicht auf, sie unterstützen und helfen sich gegenseitig. Aber sie brauchen auch unsere Solidarität. Mehr denn je. Sofort wurden gemeinsam mit den Partnern die Projektvorhaben der Coronasituation angepasst, Nothilfeprogramme wurden eingerichtet, um die Menschen zu versorgen. Dabei war es unseren Partnern besonders wichtig die Arbeit mit den Kindern angepasst fortsetzen zu können. Drei Projektpartner berichten hier, wie sie dem Coronavirus im Jahr 2020 begegnet sind – und was sie mit deinen Spenden erreicht haben.

Fliegen lernen

Rita Panicker, die Projektdirektorin des Butterflies-Straßenkinderprogramms in Neu Delhi, Indien, schreibt uns:

© Butterflies

„Vor Corona betreuten wir rund 1.500 Kinder und Jugendliche, die auf der Straße leben und ihrem Lebensunterhalt durch Müllsammeln, Schuheputzen, Teeverkauf oder Autowaschen verdienen. Mit den Ausgangsverboten, die die Ordnungsbehörden mit massiven Mitteln durchsetzen, verloren die Kinder jeden Lebensraum für dich. Bald erreichten uns verzweifelte Hilferufe. In den ersten zwei Monaten betrieben wir auf Initiative der Butterflies-Kinder mehrere Suppenküchen, ab Juni durften wir den hungernden Familien lediglich haltbare Lebensmittel zur Verfügung stellen. Zur Versorgung mit dem Nötigsten trugen die bescheidenen Sparguthaben der von uns gegründeten Kindergenossenschaft bei. Durch die Schulschließungen drohen unsere Erfolge bei der Reintegration von Straßenkindern in die Schulbildung zunichte gemacht zu werden. Die informellen Bildungsorte unter freiem Himmel (die sog. Contact Points) mussten wir reduzieren. Stark ausweiten mussten wir dagegen unser Notfalltelefon für Kinder und Jugendliche. Riefen zuvor Nachbarn oder Kinder selber an, meldeten sich dort zunehmend Eltern in unmittelbarer Notlage. Mit eurer Unterstützung können wir diese direkten Hilfen für die Menschen fortführen. Wir sind stolz auf unsere Kinder, die alles dafür tun, um anderen zu helfen. Eine große Welle der Solidarität geht von unseren Butterflies-Kindern aus. Dies zu stützen, wo wir können, ist uns ein Herzensanliegen.“

Unterricht auf dem Handy

Heba Al Basha, Koordinatorin des Flüchtlingsprogramms der Jesuiten in Balbeek im Libanon, schreibt uns:

© MISEREOR / JRS

„Als Flüchtlingsdienst der Jesuiten kümmern wir uns an drei Schulen um über 900 Flüchtlingskinder aus Syrien. Mit ihren Familien leben sie überwiegend in Zeltstädten. Hunger, Kälte und Krankheiten sowie die unverarbeiteten Fluchterfahrungen belasten sie sehr. In den Schulen können die Kinder dagegen ihre Freunde treffen, spielen und lernen. Und normalerweise versorgen wir sie dort täglich mit einem leckeren Frühstück – bis Corona kam und wir die Schulen im März schließen mussten. Sehr schnell haben wir auf Online-Lernen umgestellt. Natürlich fehlt den Kindern der Kontakt zueinander.
Ein Problem sind Stromausfälle und schlechtes Internet. Positiv ist jedoch, dass sich das Telefon, einst eine Ablenkung für Kinder, in ein pädagogisches
Werkzeug verwandelt hat. Eltern kommunizieren über WhatsApp-Gruppen mit Tutoren und Schulsozialarbeitern, um Fragen und Sorgen mitteilen zu können.
Bis Juni ging es vor allem um Sensibilisierung und Aufklärung zum Coronavirus, zu Selbstfürsorge und Umgang mit Ängsten und Stress. Bis heute sind die
Schulen geschlossen. Und wegen der sich verschlechternden wirtschaftlichen Situation im Libanon gehen immer mehr Kinder arbeiten, um zum Unterhalt der
Familie beizutragen. Wir versuchen alles, damit die Kinder weiter am Unterricht teilnehmen und unterstützen die Familien.“

Wir bekämpfen Monster!

Angela Katschke, die Projektleiterin des Butterfly-Art Project in Kapstadt, Südafrika, schreibt:

© Butterfly Art Project

„Corona hat die Familien und Kinder bei uns hart getroffen. Unser Ziel war, die Kinder in ihrer Isolation zu erreichen, ihnen Mut zu machen und Freude zu schenken. Dank eurer Unterstützung konnten wir im ersten Lockdown im Frühjahr Kunstmaterialien und anregende Mitmach-Blätter an über 4400 Kinder und Jugendliche verteilen. Das Material hilft den Kindern zu Hause, mit emotionalem Stress und Ängsten zurechtzukommen. Außerdem brachten wir die ersten Webinare mit angepasstem Lehrplan auf den Weg. Überglücklich, ihre Freunde wiedersehen zu dürfen, besuchten Kinder im Juni erstmals wieder unser
Zentrum. Wir verteilten Masken und zeigten den Kindern, wie sie sich vor Viren schützen können. Im Oktober feierten wir online unser zehnjähriges
Bestehen und eröffneten unsere virtuelle „My Monster“-Ausstellung mit 135 Kinderzeichnungen. Sie zeigen, wie man Monster bekämpft oder ihnen begegnet.
Am letzten Tag des Jahres erzählten die Kinder im Kreis beim traditionellen Wassermelonenessen Geschichten über das vergangene Jahr.
Batman und Spiderman kamen zu Besuch, um zehn Kindern, die einen Schulplatz gefunden haben, Tschüss zu sagen. Wir waren sehr dankbar
für dieses bisschen Normalität. Leider steigen die Infektionszahlen in Südafrika wieder dramatisch an, sodass wir, so gut
es geht, unsere Onlineaktivitäten fortsetzen.“

Mit deiner Unterstützung ist es möglich, die Partner weiter auf diesem Weg zu begleiten. Hoffen wir auf ein Ende der Pandemie und einen Impfstoff für alle Menschen. Wir leben in einer Welt, und nur gemeinsam können wir diese besser machen!

Wir wünschen dir ein gutes und gesundes Jahr 2021. Danke, dass wir auf dein Vertrauen und deine Unterstützung zählen dürfen!

Herzliche Grüße,
Eli & Selena
2-Euro-Team

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Selena Möller
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