Eine gute Idee, die Lachen lehrt

Junge schlägt ein Salto in der Luft
Junge schlägt ein Salto in der Luft
© MISEREOR

Auf der Goedgedacht-Farm in Südafrika engagieren sich Sozialarbeiter für ein besseres Leben der Kinder von Farmarbeitern und gegen den Klimawandel.

„Wir haben meistens nichts zu essen und müssen bei den Nachbarn betteln. Oft gibt es Streit und Gewalt“, erzählt Deezy. Ihre Eltern sind Landarbeiter. Hunger, Alkohol, Arbeitslosigkeit und familiäre Gewalt dominieren das Leben vieler Kinder und Jugendlicher. Auch mehr als 20 Jahre nach dem Ende der Apartheid sind viele Landarbeiter abhängig von den weißen Farmbesitzern. Als Tagelöhner auf den Farmen verdienen die Eltern so wenig, dass es kaum für eine warme Mahlzeit reicht und die Kinder nur selten eine Schule besuchen können.

Diesen Teufelskreis der Armut zu durchbrechen, ist das Ziel des Projekts Path out of Poverty (POP) auf der Goedgedacht-Farm, rund 90 Kilometer nordwestlich von Kapstadt. Goedgedacht ist Afrikaans und bedeutet so viel wie „gute Idee“. Und eine gute Idee ist die Farm mit ihren Jugendzentren. Rund 1.000 Kinder und Jugendliche kommen jeden Tag zum Spielen und Lernen. Sie werden liebevoll betreut, erhalten Frühstück und ein warmes Mittagessen. „Viele haben verlernt zu lachen, wenn sie zu uns kommen“, sagt POP-Projektgründerin Annie Templeton.

Kind beim Mittagessen
Mit leerem Magen lässt sich nicht gut lernen. Deswegen erhält jedes Kind, das zum Zentrum kommt, eine warme Mittagsmahlzeit. © Rall / MISEREOR
Nachhilfe auf Goedgedacht
Bildung ist der Schlüssel, um den Weg aus der Armut zu finden. Deswegen unterstützen die Mitarbeiter die Kinder bei den Hausaufgaben und Prüfungsvorbereitungen. © MISEREOR
Natürlich soll auch der Spaß nicht zu kurz kommen. Nachmittags gibt es ein buntes Spiel- und Sportprogramm. © MISEREOR
In den POP-Zentren fühlen sich die Kinder sicher und geborgen. In Krisensituationen sind die Zentren ihre erste Anlaufstelle. © Rall / MISEREOR
Viele Schüler haben dank des POP-Programms ihren Schulabschluss geschafft. Sie werden so zum Vorbild für viele Andere. © MISEREOR
Haus mit Solarpaneelen
Klimawandel und die Zukunft der nächsten Generation hängen eng zusammen. Deswegen bringen die Pädagogen den Kindern bei, wie man klimafreundlich lebt. © Rall / MISEREOR
Die Kinder werden gefördert und können sich beim Malen und Basteln austoben. © MISEREOR

Ein zweites Zuhause

Das Programm beginnt morgens um sieben Uhr, wenn die Kleinsten in die Kinderkrippe kommen. Die Älteren helfen mit, schmieren Pausenbrote für die Jüngeren und planen gemeinsame Aktionen. Das Programm des Kinder- und Jugendzentrums ist vielfältig. Neben Sport, Spiel, Musik und Theater begleiten die Projektmitarbeiter die Kinder und Jugendlichen in ihrem Alltag. Besondern Wert legen sie dabei auf Schulbildung. Die Sozialarbeiter unterstützen die Jugendlichen dabei, die Schule zu beenden. Sie sollen die Chance auf eine bessere Zukunft haben.

Zitat vom Projektleiter Peter Templeton

Projektleiter Peter Templeton

Olivenbäume für die Zukunft

Eine bessere Zukunft bedeutet auch, Verantwortung zu übernehmen – für sich und für andere. Die Kinder werden früh für Themen wie Nachhaltigkeit und Ökologie sensibilisiert: Auf der Farm werden Solarlampen gebaut, die mit Sonnenenergie funktionieren. Zudem werden auf Goedgedacht Olivenbäume angepflanzt – anstatt auf den traditionellen Weinanbau zu setzen. Olivenbäume sind besser für den Klimawandel gewappnet und verbrauchen weniger Wasser. Oliven und Olivenöl werden verkauft. So ist die Zukunft des Projekts langfristig gesichert.

Südafrika verantwortungsbewusst und engagiert mitgestalten

„Klimawandel und Jugend sind die beiden wichtigsten Zukunftsthemen“, sagt Projektleiter Peter Templeton. „Es ist Goedgedacht gelungen, beides miteinander so zu verbinden: Die Wunden der Vergangenheit werden geheilt und junge Menschen befähigt, eine bezahlte Arbeit zu finden und eine Existenz aufzubauen. Sie werden zu gebildeten und engagierten Erwachsenen in der südafrikanischen Gesellschaft – sensibel für die Herausforderungen des Klimawandels in der Welt, in der sie leben.“

So Hilft deine Spende

Icon Essen

Mit 2 Euro sicherst du einem Kind eine Woche lang ein Mittagessen im Zentrum.

Gemeinsam stark

Mit 10 x 2 Euro hilfst du mit, ein qualifiziertes, pädagogisches Team aufzubauen.

Haus mit Sonne

Mit deiner Unterstützung können weitere POP-Zentren gebaut werden.

Über das Projektland

Südafrika

Die Apartheid hat tiefe Spuren in Südafrikas Gesellschaft hinterlassen. Zwar herrscht seit 1994 offiziell Gleichberechtigung. Die wirtschaftliche Macht liegt aber meist bei Weißen. In den Städten gibt es bis heute nach Hautfarben getrennte Viertel. In Kayelitsha etwa leben rund 1,3 Millionen Schwarze, die Mehrzahl in Hütten und notdürftigen Behausungen. Auch auf dem Land hat sich in weiten Teilen wenig verändert. Noch immer sind es Weiße, die Land und Farmen besitzen, und zumeist Schwarze, die darauf arbeiten.