Südafrika

Über das Projekt

"Wir haben meistens nichts zu essen und müssen bei den Nachbarn betteln. Oft gibt es Streit und Gewalt", erzählt Deezy (Foto). Die Eltern der Neunjährigen sind Landarbeiter. Hunger, Alkohol, Arbeitslosigkeit und familiäre Gewalt dominieren das Leben vieler Kinder und Jugendlicher wie Deezy.

Deezy

Auch mehr als 20 Jahre nach dem Ende der Apartheid sind viele Landarbeiter abhängig von den weißen Farmbesitzern. Als Tagelöhner auf den Farmen verdienen die Eltern so wenig, dass es kaum für eine warme Mahlzeit reicht und die Kinder nur selten die Möglichkeit haben, eine Schule zu besuchen.

Diesen Teufelskreis der Armut zu durchbrechen, ist das Ziel des Projekts Path out of Poverty (POP) auf der Goedgedacht-Farm, rund 90 Kilometer nordwestlich von Kapstadt.

Goedgedacht ist Afrikaans und bedeutet so viel wie "gute Idee". Und eine gute Idee ist die Farm mit ihren Jugendzentren. Rund 1.000 Kinder und Jugendliche kommen jeden Tag zum Spielen und Lernen. Neben einer liebevollen Betreuung erhalten die Kinder und Jugendlichen auch ein Frühstück und ein warmes Mittagessen. "Viele haben verlernt zu lachen, wenn sie zu uns kommen", sagt POP-Projektleiterin Ingrid Lestrade.

Ein zweites Zuhause

Diesen Kindern wollen die Mitarbeiter von Goedgedacht ein Zuhause geben. 

Kinder vor POP-Plakat

Das Programm beginnt morgens um sieben Uhr, wenn die Kleinsten in die Kinderkrippe kommen. Die Älteren helfen mit, schmieren Pausenbrote für die Jüngeren und planen gemeinsame Aktionen.

Das Programm des Kinder- und Jugendzentrums ist vielfältig. Neben Sport, Spiel, Musik und Theater begleiten die Projektmitarbeiter die Kinder und Jugendlichen in ihrem Alltag. Besonders Wert legen sie dabei auf Schulbildung. Die Sozialarbeiter unterstützen die Jugendlichen dabei, die Schule zu beenden. Sie sollen die Chance auf eine bessere Zukunft haben.

Olivenbäume für die Zukunft

Eine bessere Zukunft bedeutet auch, Verantwortung zu übernehmen – für sich und für andere. Die Kinder werden früh für Themen wie Nachhaltigkeit und Ökologie sensibilisiert: Auf der Farm werden Solarlampen gebaut, die mit Sonnenenergie funktionieren. Zudem werden auf Goedgedacht Olivenbäume angepflanzt – anstatt auf den traditionellen Weinanbau zu setzen.

Olivenbäume sind besser für den Klimawandel gewappnet und verbrauchen weniger Wasser.  Mit dem Verkauf von Oliven und Olivenöl wiederum wird langfristig die Zukunft des Projekts gesichert.

Schüler beim Lernen

"Klimawandel und Jugend sind die beiden wichtigsten Zukunftsthemen", sagt Projektleiter Peter Templeton. "Es ist Goedgedacht gelungen, beides miteinander so zu verbinden: Die Wunden der Vergangenheit werden geheilt und junge Menschen werden befähigt, nicht nur eine bezahlte Arbeit zu finden und sich eine Existenz aufbauen zu können, sondern zu gebildeten und engagierten Erwachsenen in der südafrikanischen Gesellschaft zu werden - sensibel für die Herausforderungen des Klimawandels in der Welt, in der sie leben."

Portraits

Angie (8 Jahre)

Angie

Angie lebt mit ihrer Familie auf einer Weinfarm in Südafrika. "Ich habe vier ältere Geschwister, zwei Brüder und zwei Schwestern. Meine Schwester Charleen ist 14. Sie arbeitet auf der Farm. Und sie hat schon ein Baby, das heißt Jennifer. Tagsüber bringen wir Jennifer in den Kindergarten von Goedgedacht, da bekommt sie etwas zu essen und die Menschen kümmern sich um sie. Wir selber haben nicht genug, um das Baby gut zu ernähren."

Auch Angies Eltern arbeiten auf der Farm. Ihr Vater hat dort allerdings nur manchmal Arbeit. Oft versucht er deshalb, in Kapstadt Geld zu verdienen. So haben die Eltern gemeinsam etwa 400 Rand pro Woche zur Verfügung, umgerechnet rund 40 Euro.

Angie ist froh, zur Schule gehen zu können. "So selbstverständlich ist das nicht, dass wir lernen dürfen", sagt die Achtjährige. "Viele Kinder müssen hier arbeiten, weil ihre Eltern nicht genug Geld verdienen. Dann haben sie keine Zeit für die Schule, obwohl ein Gesetz bestimmt, dass alle Kinder zur Schule gehen sollen."

Mehr über Angies Leben kannst du hier lesen: angie.pdf


Südafrika

Die Apartheid hat tiefe Spuren in Südafrikas Gesellschaft hinterlassen. Zwar herrscht seit 1994 offiziell Gleichberechtigung. Doch noch immer sind es meist Weiße, die die wirtschaftliche Macht in Händen halten, und Schwarze, die für sie arbeiten. In den Städten gibt es bis heute nach Hautfarben getrennte Viertel. In Kayelitsha etwa leben rund 1,3 Millionen Schwarze, die meisten von ihnen in Hütten und notdürftigen Behausungen. Auch auf dem Land hat sich in weiten Teilen wenig verändert. Noch immer sind es Weiße, die Land und Farmen besitzen, und zumeist Schwarze, die darauf arbeiten.

Wusstest du darüber hinaus, dass...

  • fast 50 Millionen Menschen in Südafrika leben,
  • mehr als sieben Millionen Menschen den armen "Informal Settlements" am Rande großer Städte leben,
  • Südafrika etwa dreieinhalb mal so groß wie Deutschland ist und sich über mehrere Klimazonen erstreckt,
  • es neben Englisch zehn weitere Amtssprachen gibt, nämlich Afrikaans, IsiNdebele, IsiXhosa, IsiZulu, SePedi, SeSotho, SeTswana, SiSwati, TshiVenda,XiTsonga,
  • MISEREOR in Südafrika derzeit fast 100 Projekte fördert?

Weitere Infos

Spenden, die ankommen

MISEREOR-Hauptgeschäftsführer Pirmin Spiegel spricht im Interview mit der Landeswelle Thüringen über seinen Besuch in Goedgedacht.


"Ich bin immer begeistert..."

Michael Hippler und Goedgedacht-Mitarbeiter

"...zu sehen, mit wie viel guten Gedanken das Team in die Planungen geht und mit wie viel Engagement sie die Pläne umsetzen", sagt Michael Hippler nach einem Besuch auf Goedgedacht. Ein Gespräch mit dem Leiter der Abteilung Afrika und Naher Osten bei MISEREOR über die neue POP-Akademie, engagierte Jugendliche und interessierte Bürgermeister findet ihr hier: interview_hippler.pdf


Wie funktioniert der Weg aus der Armut?

Kind beim Lernen

Bis heute hat das Goedgedacht-Projekt "Path out of Poverty" (POP) mehr als 1.000 Kindern eine Zukunft geschenkt. Auf der Farm gibt es Kinderkrippen, ein Jugendzentrum und viele weitere Aktivitäten für Kinder und Jugendliche. Mehr Informationen zum "Weg aus der Armut" findest du hier: pop.pdf


Gemeinsam gegen den Klimawandel

Ausgetrocknetes Feld

Im Kampf gegen den Klimawandel arbeiten die südafrikanische Regierung und Zivilgesellschaft Hand in Hand. Gemeinsam wollen sie den Kohlendioxidausstoß radikal reduzieren. Mehr Informationen zu den Folgen des Klimawandels am Kap, dem Klimaschutzprojekt 90 x 2030 und weiteren Aktionen von Goedgedacht findest du hier: klimawandel-goedgedacht.pdf.


Climate Change Path

Karte Klimapfad

Seit 2010 zeigt der lebende "Klimawandelpfad" auf Goedgedacht, welche Pflanzen trotz Trockenheit wachsen, wie erneuerbare Energie gewonnen wird und wie man klimafreundlich kocht. Mehr Infos gibt's hier: climate-change-path.pdf


Botschafter

Wise Guys mit Ingrid
v.l. Dän, Nils, Björn, Eddi und Sari.

Seit vielen Jahren unterstützt die Kölner Vocal-Pop-Band Wise Guys die 2-Euro-Aktion  und engagiert sich für das Goedgedacht-Projekt. Wir haben Eddi gefragt, warum es den Wise Guys wichtig ist, sich für eine bessere Welt einzusetzen.

Lange habt ihr Spenden für das Projekt Goed­gedacht in Südafrika gesammelt. Wie seid ihr auf die Idee gekommen?  

Wir haben unsere Fans bei den Konzerten schon öfters dazu animiert, für die 2-Euro-Aktion von MISEREOR zu spenden. Unser Treffen mit Ingrid Lestrade von Goedgedacht hatte uns dazu motiviert, Spenden für Olivenbäume in Südafrika zu sammeln.

Was für ein Feedback habt ihr von euren Fans zu dieser Aktion bekommen?

Unsere Fans unterstützten die Aktion total. Es wurde ja ein richtiger Wettbewerb zwischen den einzelnen Städten. Dadurch haben wir beides verbunden: der Spaß der Fans daran, sich mit den anderen Städten zu messen, und die Möglichkeit, etwas Gutes zu tun.

Bist du selber 2-Euro-Spender?

Ja klar. Ich finde es sehr wichtig, dass wir uns solidarisch mit den Menschen auf der Welt zeigen, denen es nicht so gut geht wie uns. An dieser Stelle ein riesiges Dankeschön an alle, die 2 Euro spenden. Das ist ganz wichtig. Ihr verändert die Welt. Ohne Euch geht es nicht!

 

Vielen Dank auch von uns an die Wise Guys, Tine Tanamy, Christoph Winkel, Christoph Tettinger und dem ganzen Team für ihr großartiges Engagement!

Das Interview führte Daniela Singhal.

"Klimawandel und Jugend sind die beiden wichtigsten Zukunfts-themen." (Peter Templeton, Projektleiter Goedgedacht)


So helfen deine 2 Euro:

  • mit 2 € sicherst du einem Kind eine Woche lang ein Mittagessen im Zentrum

  • mit 20 € hilfst du mit, ein qualifiziertes, pädagogisches Team aufzubauen

→ Jetzt spenden und helfen


Die Weltbessermacher-Charts

Gemeinsam mit den Wise Guys sammeln wir Weltbessermacher auf den Wise Guys Konzerten. In den Charts kannst du nachverfolgen, in welcher Stadt wieviele neue Weltbessermacher hinzukommen!


2 € helfen - Die neue Kampagne

mehr Infos zur Kampagne

Deine 2 Euro helfen - auch Carlton in Südafrika. Mehr Infos zur neuen Kampagne, zu Carlton und Leoni findest du hier.


Südafrika: Reise der Wise Guys


Klimaschonender Gemüseanbau


Tiny Tots

In der Kinderkrippe von Goedgedacht werden die Tiny Tots liebevoll betreut.
zu den Fotos


Südafrika