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15.08.2011 16:37 Alter: 276 days
Kategorie: Indien, Portraits
Von: Suse

Wie Rita Panicker den Kindern zuhört

"Wir müssen darauf hören, was die Kinder zu sagen haben", sagt Rita Panicker. Die Inderin hört den Kindern zu. Schon jahrelang. Heute leitet die 58-Jährige in Delhi das Straßenkinderprojekt Butterflies.



Rita Panicker kam 1953 in Bangalore zur Welt. Sie studierte Kultur- und Wohlfahrtpflegerin sowie Soziale Arbeit. Später machte sie in den Niederlanden ihren Master in Entwicklungszusammenarbeit. Vor ihrer Zeit als Leiterin der Butterflies lebte und arbeitete sie in Bombay. "Ich arbeitete dort an der Universität. Täglich fuhr ich mit dem Zug zur Arbeit. Im Bahnhof waren viele Straßenkinder. Ich fand sie schon damals bewundernswert." Und schon damals hörte Rita Panicker ihnen zu. "Sie erzählten mir viele dramatische Geschichten, die ihnen widerfahren waren. Und trotzdem waren sie voller Lebensfreude."

Panicker ist beeindruckt vom Optimismus der Straßenkinder – und betroffen über ihre Chancenlosigkeit. "Kinder, die es geschafft hatten und zehn Jahre an der Uni studierten, landeten später wieder auf der Straße. Es half ihnen nicht, dass sie nun eine gute Ausbildung hatten. Das erschütterte mich!"

Als ihr Mann in den 1980er Jahren nach Delhi versetzt wurde, ging sie mit. Und stellt fest, dass die Straßenkinder in der indischen Hauptstadt zum Großteil weitaus jünger waren als in Bombay. "Ihr Leben mussten sie trotzdem schon allein bewältigen. Das wollte ich ändern."

Also gründete Rita Panicker 1989 das Straßenkinder-Programm Butterflies. Mittlerweile gibt es eine Kinderentwicklungsbank, einen Kinderrechtsclub, eine staatlich anerkannte Straßenschule und einen Gesundheitsbus, der die Kinder auf der Straße umsonst medizinisch versorgt.  Die Butterflies haben zudem eine eigene Zeitung. Die "Children’s National Times" erscheint alle zwei Monate und hat Leser über Delhi hinaus. Gemeinsam mit ihren Mitarbeitern versucht Rita Panicker so, den Kindern eine sichere Zukunft zu geben und eine Möglichkeit, ihre Meinung frei zu äußern. Damit die Menschen ihnen endlich zuhören.

Mehr Infos zu den Butterflies findet Ihr übrigens hier.


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