< "Das wollen wir unbedingt unterstützen"
07.03.2012 09:42 Alter: 3 yrs
Kategorie: Ruanda
Von: Suse

Was geschah 1994 in Ruanda?

Der Genozid an der Volksgruppe der Tutsi liegt Jahre zurück. Doch noch immer leiden die Betroffenen unter den schlimmen Folgen des Völkermords, denn aufgearbeitet sind die Geschehnisse noch lange nicht.



  • Schon während der Kolonialzeit gab es Konflikte zwischen den einzelnen Ethnien in Ruanda. 1898 werden Ruanda und Burundi unter Deutsche Kolonialherrschaft gestellt.
  • Der neue Staat heißt von da an "Ruanda-Urundi". Das von drei Volksgruppen (Hutu, Tutsi, Twa) bewohnte Ruanda-Urundi wird Teil Deutsch-Ostafrikas. Die Deutschen sprechen den Tutsi eine genetische Überlegenheit zu.
  • Anfang des 20 Jahrhundert stellt der Völkerbund das Territorium von Ruanda-Urundi unter belgisches Mandat ab. Wie zuvor die Deutschen halten auch die Belgier die Tutsi gegenüber den Hutu für genetisch überlegen.
  • 1931 beschließt die belgische Kolonialverwaltung, den Ruandern einen Personalausweis mit Nennung der Zugehörigkeit zu einer der drei Volksgruppen – Hutu, Tutsi oder Twa – auszustellen.
  • Am 1. November 1959 gibt es den ersten großen Aufstand der Hutu: Tutsis werden massakriert, andere flüchten in die Nachbarländer Kongo, Burundi, Uganda und Tansania.
  • Zwischen 1959 und 1963 verlassen etwa 300 000 ruandische Tutsi, nahezu die Hälfte aller Angehörigen dieser Volksgruppe, das Land.
  • Durch einen Militärputsch im Juli 1973 ergreift der Hutu Juvénal Habyarimana die Macht. Er wird weitere drei Mal (1978, 1983, 1988) zum Präsidenten der Republik Ruanda gewählt.
  • Im Oktober 1990 starten die Tutsi-Rebellen, der Ruandischen Patriotischen Front (FPR), von ihren geschützten Rückzugsorten in Uganda aus Angriffe auf ruandisches Hoheitsgebiet.
  • Willkürliche Festnahme von etwa 10.000 Tutsi und Regimegegnern in Kigali sowie Massaker durch Hutu-Extremisten an ca. 1.400 Tutsi folgten.
  • Der Radiosender „Mille collines“ wird 1993 gegründet. Er verbreitet massive rassistische Propaganda und schürt Rassenhass gegenüber Tutsi.
  • 2.500 Blauhelme werden von der Ruanda-Unterstützungsmission der Vereinten Nationen MINUAR (Mission des Nations Unies pour l'Assistance au Rwanda) ins Land geschickt.
  • Doch am 6. April 1994, auf der Rückreise von einem Regionalgipfel in Tansania, wird das Flugzeug mit dem ruandischen Präsidenten Juvénal Habyarimana abgeschossen. Wer dahinter steckt, ist bis heute unklar.
  • Einen Tag später beginnen Hutu-Extremisten in Kigali mit Massakern an tausenden Tutsi. Einige können sich in die Nachbarländer retten.
  • Nach dreimonatigen heftigen Kämpfen zieht die Ruandische Patriotische Front (FPR) in die Hauptstadt Kigali ein. Etwa 1,2 Mio. ruandische Hutu fliehen in die Nachbarstaaten, insbesondere in die Provinz Kivu im damaligen Zaire.
  • Von April bis Juli 1994 werden über 800.000 Menschen Opfer des Genozids.

Keine Kommentare

Kommentar hinzufügen

2 € helfen - Die neue Kampagne

2 Euro kosten ein Milchkaffee in der Mensa, einmal Pommes im Stadion oder 2 Kugeln Eis. 2 Euro ermöglichen Bildung, gute Ernährung oder Gesundheits-vorsorge.

Erfahre mehr über die neue Kampagne

2-Euro-Newsletter

Interesse an den aktuellen Infos aus den Projekten und Aktionen in Deutschland? Dann abonnier' den 2-Euro-Newsletter!

Hier geht's zur Anmeldung.


Interesse an den aktuellsten Infos von der 2-Euro-Aktion? Dann abonnier' unseren Newsletter oder folge uns auf