Ich kann das: Kunst heilt Kinderseelen

Ein Junge mischt Farbe an.
Ein Junge mischt Farbe an.
© Butterfly Art Project / MISEREOR

In Vrygrond in Südafrika helfen engagierte Kunsttherapeuten Kindern und Jugendlichen mit dem Butterfly Art Project, ihre seelischen Wunden zu heilen. So können sie selbstbewusst eine lebenswerte Zukunft gestalten.

In Vrygrond wird Kinderseelen weit mehr zugemutet, als sie verkraften können. Vrygrond ist eine der ältesten informellen Siedlungen am Rand von Kapstadt. Hier leben viele Menschen in extremer Armut, die Arbeitslosigkeit ist hoch. Notdürftig zusammengezimmerte Hütten sind das Zuhause vieler Kinder und Jugendlicher. Kriminalität, Gewalt, Missbrauch, HIV/AIDS und Drogen belasten den Alltag vieler Familien, die sich ohne inneren Halt und Zukunftsperspektiven mehr schlecht als recht über Wasser halten. Kinder und Jugendliche leiden unter Traumata, Verhaltensstörungen, körperlichen Einschränkungen, geistiger Behinderung oder Lernschwierigkeiten.

Liebevolle Zuwendung und sinnliche Erfahrungen

Glücklicherweise gibt es auch das andere Vrygrond: den Kunstunterricht des Butterfly Art Project. Begeisterte Mädchen und Jungen, die mit grenzenloser Fantasie ihrer Kreativität, ihren fröhlichen und ihren traurigen Gedanken Ausdruck verleihen. Sie zeichnen, sie malen und kneten Ton zu Skulpturen; angeleitet von Kunsttherapeuten, die sich von den seelischen Nöten der Kinder berühren lassen. Der Zerbrechlichkeit des Lebens in Vrygrond setzt das Butterfly Art Project liebevolle Zuwendung und sinnliche Erfahrungen entgegen, die inneren Halt geben.

Die wichtigste Botschaft für die Kinder: "Du kannst etwas!" Im Butterfly Art Project halten viele das erste Mal in ihrem Leben eine Schere in der Hand. © Butterfly Art Project / MISEREOR
Auf den Straßen im Township Vrygrond bei Kapstadt sind die Kinder täglich mit Kriminalität und Gewalt konfrontiert. Vielen fehlt zuhause ein sicherer Schutzort: Durch Alkohol- und Drogenmissbrauch, HIV und Armut sind familiäre Probleme weit verbreitet. © Butterfly Art Project / MISEREOR
Der Kunstraum ist für die Kinder ein wahres Paradies. Hier finden sie einen sicheren Platz, an dem sie basteln, malen und gestalten können. Die Schulen können sich Materialien und ausgebildete Kunstlehrer nicht leisten. © Butterfly Art Project / MISEREOR
kleiner Junge bastelt
Besonders beliebt bei den Kindern? Natürlich der "Glitterglue", Glitzerkleber, der ein fröhliches Funkeln in das triste Slumleben bringt.© Butterfly Art Project / MISEREOR
blaues Haus in Vrygrond
Zum Selbstkostenpreis wurde dieses Haus gebaut und damit ein Zufluchtsort für Kinder und Jugendliche geschaffen. In vier verschiedenen Kunsträumen kann gemalt, gespielt und getobt werden. © Butterfly Art Project / MISEREOR
Muscheln als Farbschalen, selbstgemische Aquarellfarben: Das Projekt zeigt, wie man mit wenigen Mitteln etwas Zauberhaftes schaffen kann. Das ermutigt die Kinder und ihre Eltern. © Butterfly Art Project / MISEREOR
Liebe und Fürsorge sind für die Kinder sehr wichtig. Sie bauen ein Vertrauensverhältnis auf und erzählen den Mitarbeitern, wenn sie Kummer haben. © Butterfly Art Project / MISEREOR
Neben der psychosozialen Betreuung spielen auch ganz praktische Fertigkeiten eine Rolle. Verschiedene Maltechniken, das Hantieren mit Werkzeugen oder ganz einfach das Sauberhalten des Arbeitsplatzes sind Fähigkeiten, die die Kinder für's Leben lernen. © Butterfly Art Project / MISEREOR
Wichtiges Ziel im Butterfly Art Project: Noch mehr Kunsttherapeuten auszubilden, damit die heilsame Wirkung der Kunst auch in andere Armenviertel gebracht werden kann. © Butterfly Art Project / MISEREOR

Traumatisierte Kinder werden selbstbewusste Menschen

Traumatisierte Kinder brauchen professionelle Unterstützung. Dies geschieht im Butterfly Art Projects durch künstlerische Erfahrungen mit Aquarellfarben, Kreiden, Ton, Papier und Schere.

 Denn Kinder sprechen und verstehen in Bildern.

Der Kunstunterricht ist Therapie. Kinder und Jugendliche lernen spielerisch kreatives Denken, sie entwickeln Ausdauer und Konzentration. Sie gewinnen emotionale Kraft und bauen eine Beziehung zu ihrem inneren Selbst auf – ein heilsamer Prozess. Der Name Butterfly Art Project ist Programm: Wie sich die Raupe zum wunderschönen, fliegenden Schmetterling verwandelt, so sollen aus bedrückten Kindern, selbstbewusste junge Menschen werden, die ihr Leben aktiv in die Hand nehmen.

Zitat für Beitragsseite

Angela Katschke, Kunsttherapeutin und Initiatorin des Projektes.

Heilsamer Kunstunterricht in 16 Klassen

Das Butterfly Art Project ist an der Capricorn Primary School beheimatet und bietet hier in 16 Klassen heilsamen Kunstunterricht an. Außerdem arbeitet man in verschiedenen Zentren mit Vorschulkindern. Kinder werden auch individuell kunsttherapeutisch begleitet.

Mit Hilfe der Zwei-Euro-Aktion wollen Angela Katschke und ihr Team noch viel mehr Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen helfen. Dafür werden Multiplikatorinnen und Multiplikatoren ausgebildet. Sie erweitern damit ihre eigenen künstlerischen Fähigkeiten und können selbst Kunstunterricht anbieten für Menschen, die am Rande der Gesellschaft leben.

Angela Katschke ist überzeugt von Ihrem Projekt: „Die wichtigste Nachricht, die wir für die Kinder haben, lautet: Heilung ist möglich.“

So hilft deine spende

Spendenprojekt Argentinien Icon

Mit 2 Euro können ein Jahr lang Bastel- und Malsachen für ein Kind gekauft werden.

Päckchen mit Baum

6 x 2 Euro kostet die Fahrt für eine Kunstgruppe bei einem Ausflug an den Strand oder in die Natur.

Gemeinsam stark

Mit 35 x 2 Euro hilfst du dabei, das Monatsgehalt eines Kunsttherapeuten zu finanzieren.

Über das Projektland

Südafrika

Die Apartheid hat tiefe Spuren in Südafrikas Gesellschaft hinterlassen. Zwar herrscht seit 1994 offiziell Gleichberechtigung. Die wirtschaftliche Macht liegt aber meist bei Weißen. In den Städten gibt es bis heute nach Hautfarben getrennte Viertel. In Kayelitsha etwa leben rund 1,3 Millionen Schwarze, die Mehrzahl in Hütten und notdürftigen Behausungen. Auch auf dem Land hat sich in weiten Teilen wenig verändert. Noch immer sind es Weiße, die Land und Farmen besitzen, und zumeist Schwarze, die darauf arbeiten.